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Körperliche Gesundheit und Fitness

„Gesundheit ist das Schweigen der Organe“
So hat es Paul Valéry (Lyriker und Philosoph) einst definiert.

Tatsächlich ist Gesundheit ein Zustand körperlichen und geistigen Wohlbefindens. Sie beschreibt die physische und psychische Leistungsfähigkeit des Menschen. Gesundheit kann somit auch als Gegenbegriff zur Krankheit gesehen werden. Wenn wir uns gut, fit und voller Energie fühlen und frei von Schmerzen oder körperlichen Beschwerden jeglicher Art sind, fühlen wir uns gesund.

Antonovsky und dem Ansatz der Salutogenese nach, wird „Gesundheit nicht als normaler, passiver Gleichgewichtszustand (Homöostase) und nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als labiles, aktives und sich dynamisch regulierendes Geschehen (Heterostase) und als einer der extremen Pole auf dem Kontinuum von Krankheit und Gesundheit“ verstanden. Gesundheit besitzt eine körperliche, psychische, soziale und ökologische Dimension und kann deshalb nicht allein durch naturwissenschaftliche und medizinische, sondern muss zusätzlich auch durch psychologische, soziologische, ökonomische und ökologische Analysen erforscht werden.“

Die körperliche (und geistige) Gesundheit stellt die Basis für all unsere Handlungen dar. Fehlt diese, merken wir erst, wie sehr es uns einschränkt, beeinflusst und quält. Gesundheit ist das höchste Gut, was es zu schützen gilt. Unser Körper ist unser Haus, in dem wir ein Leben lang wohnen. Wir können nicht heraus, selbst wenn wir es wollten. Wir tragen ihn ein Leben lang bei uns. Wir sind quasi unser Körper (mal alle religiösen oder spirituellen Ansätze außer Acht gelassen). Die körperliche Unversehrtheit ist das von Natur aus angestrebte. Unsere Instinkte schützen uns deshalb automatisch vor Gefahren. Wir haben sozusagen ein eingebautes Frühwarnsystem, das oft sehr sehr gut funktioniert. Allerdings hören wir nicht immer darauf bzw. leben mittlerweile in einer Welt, die unvorhersehbare Gefahren (Straßenverkehr, Unfälle, Überfälle etc.) birgt, auf die wir nicht oder nur sehr bedingt vorbereitet sein können.

Gesundheit hatte in unserer Gesellschaft leider lange nicht den ihr verdienten Stellenwert. Andere Dinge waren immer wichtiger: Status, Geld, Karriere, Besitz, Anerkennung. Seit einigen Jahren hat sich das verändert und Gesundheit wird nicht nur immer wichtiger, sondern auch präsenter. In den letzten Jahren und nicht zuletzt auch durch Corona hat das Thema Gesundheit einen wahren Boom erfahren-auch in der Arbeitswelt. Bereiche wie Digital Health sind auf dem Vormarsch und entwickeln sich rasant.

Auch die Fitnessbewegung entstand aus der Erkenntnis, dass es von Vorteil ist, im Alltag gesund und leistungsfähig zu sein. Getreu nach dem Motto „Survival of the fittest“ (Charles Darwin). Deshalb ist die Basis der Fitnessbewegung bis heute eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel körperliche Bewegung sowie gezieltes Krafttraining. Ihren Ursprung hat sie zum einen in den USA, durch Bernarr Mcfadden, dem prominenten Vertreter einer Bewegung, die sich zu jener Zeit als Gegenstrom zur damaligen zunehmenden Urbanisierung, verbunden mit einer Kommerzialisierung der Freizeit, formte. Das Ziel von Mcfadden und seiner Anhänger war es, auch die persönliche Gesundheit zu kommerzialisieren. Mcfadden war der Überzeugung, dass „Schwäche ein Verbrechen“ sei. Unter diesem Motto führte er dann auch die Fitnessbewegung in Richtung Bodybuilding und wurde einer der wichtigsten Persönlichkeiten des amerikanischen Körperkults. Doch auch in anderen Ländern wie Schweden, war man schon auf diesem Weg, wo sich die schwedische Gymnastik (durch Per Hendrik Link) entwickelte und mithilfe von Gustav an die Vorstellungen der Industrialisierung angepasst wurde.

Später wurden auch Systeme für das Heimturnen entwickelt. Viele Fitnessgeräte wie Ruder und Fahrrad (Spinning)-geräte entstanden in dieser Zeit, wurden aber zunächst ausschließlich in Sanatorien eingesetzt.

Der zweite Ursprung der Fitnessbewegung findet sich in Deutschland um 1810, in der organisierten Turnbewegung von Friedrich Ludwig Jahn, auch als „Turnvater Jahn“ bekannt. Sein Ansatzpunkt war ein etwas anderer: Er wollte durch eine körperlich fitte Bürgerwehr das von Napoleon besetze Preußen befreien. Aufgrund des stark politisch motivierten Hintergrunds Jahns, wurden viele seiner Turnvereine aber verboten. Ab 1820 kam es deshalb in einigen Städten zu den ersten gewerblichen Anstalten. Ende des 19 Jahrhunderts bildete sich daraus der moderne Fitnessgedanke als vereinsfreier Sport. Es entstanden zahlreiche sogenannte Kraft-und Kunststätten, auch Licht und Luftbäder genannt. Viele Fitnessgeräte wie Ruder-und Fahrradgeräte (Spinning) stammen aus dieser Zeit. Zeitschriften wie „Kraft und Schönheit“ machten Fitness schließlich bekannt. Die Idee der gemeinschaftsorientierten Turn- und Sportvereine wurde von deutschen Emigranten auch in die Vereinigten Staaten exportiert, wo Mitte des 19. Jahrhunderts in Großstädten wie New York, Boston oder Philadelphia erste „Turnvereins“ entstanden. Doch erst Ende der 1960er Jahre wurde die klassische Fitnessbewegung aus den USA nach Deutschland importiert, kommerzialisiert und wurde dann schließlich auch hier immer populärer.

Fitness ist mittlerweile zu einem wahren Trend aber auch Lifestyle avanciert und aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Lange war es ein reiner Körperkult, dann entwickelte sich Fitness jedoch immer mehr zum Gesundheitstraining. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile den eindeutig gesundheitsförderlichen, präventiven aber auch kurativen Effekt von Fitnesstraining. Dies gilt auch für das reine Krafttraining, das lange mit zahlreichen Vorurteilen behaftet und auf das reine Bodybuilding reduziert wurde. So beugt Krafttraining nachweislich Osteoporose vor (weil es die Knochen stärkt), beseitigt oder mildert Haltungsschäden und Rückenschmerzen, wird nach Bandscheibenvorfällen und Unfällen zum gezielten Muskelaufbau eingesetzt und entlastet durch die aufgebaute, stützende Muskulatur das Skelettsystem. Es aktiviert den Stoffwechsel und sorgt auch in Ruhe für einen höheren Grundkalorienumsatz. In Kombination mit Ausdauertraining ist Krafttraining die ideale Ergänzung beim Abnehmen. Um nur einige Vorteile zu nennen.

In dieser Kategorie werden viele Tipps und Hinweise rund um das Thema körperliche Gesundheit und Fitness für den Alltag und das Arbeitsleben entstehen, die Lust machen, Fitness in den Alltag zu integrieren. Dabei soll es hauptsächlich um den gesundheitlichen Effekt und weniger um Körperkult gehen. Fak ist jedoch: Sport, Fitnesstraining, Krafttraining formt unseren Körper und lässt ihn besser aussehen. Ein schöner Nebeneffekt also.

Wenn wir erkennen, dass „health the real wealth“ ist, und das auch politisch und gesellschaftlich mehr leben, haben wir die Chance, ein besseres, gesünderes, der menschlichen Natur stärker entsprechendes Leben zu führen.

Quellen:
Wikipedia
Bildquelle: Autor unbekannt – https://thehistoryofgymnasticsisp.weebly.com/comeback.html

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