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Achtsamkeit

Das Thema Achtsamkeit ist gerade in aller Munde-nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Kontext. Man hört von achtsamen Unternehmen, achtsamer Führung.

Aber was ist Achtsamkeit überhaupt?

Achtsamkeit ist eine besondere Form von Aufmerksamkeit. In einem sehr klaren Bewusstseinszustand können wir alle inneren und äußeren Erfahrungen im gegenwärtigen Moment zulassen und wahrnehmen, ohne sie direkt bewerten zu müssen. Wir akzeptieren oder „feiern“ sogar ihre Präsenz und können uns entweder in sie vertiefen, sie bewusst genießen, oder vorbei ziehen lassen. Es geht um das bewusste Wahrnehmen unserer Gedanken, Gefühle und unserer Umwelt. Es geht um die Fähigkeit der bewussten Aufmerksamkeitslenkung.

Wesentliche Bestandteile der Achtsamkeit sind:

  • Wahrnehmung im Hier und Jetzt
  • Akzeptanz
  • Seinlassen
  • Geduld
  • Vertrauen
  • Dankbarkeit

Die Achtsamkeitspraxis hat ihre Wurzeln in der zweieinhalbtausend Jahre alten Satipatthana-Sutta der buddhistischen Lehren.
Das Konzept der Achtsamkeit stammt also aus dem Buddhismus, da Achtsamkeit eine Haltung ist, die aller Meditation zugrunde liegt. Zum Beispiel, sich nur auf den eigenen Atem zu konzentrieren, den Fokus auf ein bestimmtes Objekt oder Wort (Mantra) zu legen.

Als Vater der modernen Achtsamkeitspraxis in der westlichen Welt gilt der Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn. Er lehrte an der University of Massachusetts und entwickelte Ende der 1970er Jahre das medizinische Achtsamkeitstraining MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction), was Stressbewältigung durch Achtsamkeit bedeutet. Als überzeugter Schüler des Zen-Buddhismus orientierte er sich bei der Erstellung seines Programms an Yoga Haltungen und der buddhistischen Vipassana-Meditation (Konzentration auf den eigenen Atem). Das MBSR Programm ist wissenschaftlich recht gut erforscht und evaluiert. So konnte in klinischen Studien nachgewiesen werden, dass MBSR eine positive Wirkung bei der Behandlung von Ängsten, Panickattacken, Depressionen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Migräne, dem Burn-Out-Syndrom sowie chronischen Schmerzzuständen hat.

Achtsamkeit lässt sich jedoch auch anders üben und praktizieren.

Der Psychiater und Psychotherapeut Michael Huppertz ist davon überzeugt, dass man Achtsamkeit auch mithilfe von Alltagsübungen lernen kann. Statt täglich mindestens 30 Minuten zu meditieren, was vielen Menschen anfangs sehr schwerfällt, empfiehlt Huppertz, achtsame Momente auf den gesamten Tag zu verteilen.

Beispiele hierfür sind etwa:

  • Bewusst duschen, das warme Wasser fühlen, die Seife riechen und nicht schon an die Arbeit denken
  • Beim Spazieren gehen bewusst die frische die Luft einatmen, den Sonnenschein auf der Haut fühlen, den Wind. Die Blumen am Straßenrand, den Hund, der fröhlich dem Ball nachjagt, wahrnehmen. Sich daran freuen, diese Eindrücke bewusst in sich aufnehmen
  • Bewusst essen und schmecken
  • Bewusst atmen. Tiefe Atmung/ Bauchatmung üben, den Effekt fühlen

Achtsamkeit holt uns in das Hier und Jetzt zurück, hält uns darin und befreit uns einen kurzen Moment von unserem ständig tosenden Gedankenkarussel. Das Leben, was sonst oft an uns vorbei saust, wird einen kurzen Moment angehalten. Dieser Moment wird zu unserem und zum Teil unserer Erinnerung. Denn das Leben besteht letztendlich aus vielen, vielen kleineren und größeren Momenten.

Achtsamkeitsübungen können aber auch bei aktuellen Ängsten und Sorgen helfen. Indem ich meinen Fokus auf das lege, was mich gerade umgibt (die Sonne, der Baum, die Kinder, die spielen), kann ich mich von der Angst/ den Sorgen entfernen-sei es auch nur für eine gewisse Zeit. Wer sich in Achtsamkeit übt, ist auch resistenter gegen Stress.

In dieser Kategorie möchten wir Sie zur Achtsamkeit ermutigen, Ihnen Impulse, Denkanstöße, Tipps  und praktische Übungen mit auf den Weg geben- für den privaten wie auch den beruflichen Kontext. Achtsamkeit in Unternehmen ist ein weiterer Beitrag dazu.

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